Pressetext: »So haben Sie Stuttgart noch nie gesehen«
  Am Freitag den 22.07. um 17.30 Uhr eröffnet der Fotograf Josh von Staudach im 3. OG des Stuttgarter Rathauses die Ausstellung »Kleine Werkschau«. Bereits seit 2007 hängt im Foyer des Gebäudes sein 6 Meter 40 breites Panorama »Ganz viel Stuttgart«, das die Stadt damals angekauft hat. In der Werkschau zeigt von Staudach nun, welche Themen er seitdem im Genre der Panoramafotografie erarbeitet hat.

Darunter sind ganz aktuelle Motive von Stuttgarter Baustellen, die vor kurzem noch bei Marko Schacher im Galerienhaus in der Breitscheidstraße hingen. Zu sehen sind aber auch Arbeiten, die der Künstler von seinen Reisen mitgebracht hat: Mallorquinische Meereshorizonte im Cinemascope-Format mit apokalyptischen Gewitterhimmeln stehen im Kontrast zu farbig romantischen Bildern, die in ihrer gewollten Unschärfe auch Gemälde sein könnten.

Die beiden Wasserportraits vom Rheinfall in Schaffhausen werfen die Frage auf, ob dies Panoramen im üblichen Sinne sind; von Staudach argumentiert so: »Das Wort 'Panorama' kommt aus dem griechischen und bedeutet soviel wie 'alles oder ganz sehen'. Ich suche also stetig nach Bildinhalten, die in einer Fotografie mehr sichtbar machen, als mit bloßem Auge oder bei normalem Blickwinkel erkennbar ist. Das muss nicht immer im breiten Querformat aufgenommen werden. Mit klassischen Kameras
  hätte man das tosende Wasser des Rheinfalls nicht in dieser Schärfe fotografieren können, weil die Verschlusszeiten zu langsam sind. Erst die moderne Digitaltechnik ermöglicht das Einfrieren einer 4000stel Sekunde mit hoher Auflösung und Schärfe. Dadurch wirkt das Wasser wie eine Skulptur aus Acryl, bei der man all die bizarren Formen in aller Ruhe betrachten kann.«

Auf einer Reise nach Nord-England, die er extra plante, um die berühmte Eisenbahnbrücke über den »Firth of Forth« zu portraitieren, fertigte von Staudach etliche traditionelle Panorama-Ansichten des imposanten Bauwerks. Das Motiv in der Werkschau zeigt aber einen absolut verdichteten Ausschnitt der Stahlkonstruktion, auf dem Strukturdetails sichtbar gemacht sind, die kein Passant vom Ufer aus erkennen könnte, jedoch bleibt die Brücke eindeutig identifizierbar.

Den Brückenschlag zu den beliebten Stuttgarter 360-Grad-Ansichten des Fotografen bilden zwei Motive vom Winter 2010. Josh von Staudach zog mitten in der Nacht los, um die frisch verschneite Stadtlandschaft abzulichten. Denn schon am nächsten Tag würde die Schneedecke von Fuß- und Reifenspuren durchschnitten sein. In Verbindung mit der von gelb-grün bis orange-rot changierenden Straßenbeleuchtung entsteht eine surreale Wirkung, die bekannte Umgebungen in ein ganz fremdes Licht taucht.
 
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